Betriebliche Altersvorsorge aus Arbeitgebersicht

Jeder Arbeitgeber ist verpflichtet seinen Angestellten und Arbeitnehmern eine betriebliche Altersvorsorge anzubieten. Im folgenden will ich näher beschreiben, was genau bei der betrieblichen Altersvorsorge aus Arbeitgebersicht zu beachten ist.

Rechte und Pflichten

Gem. Betriebsverfassungsgesetz hat jeder Arbeitnehmer das Recht, während der Arbeitszeit zum Thema betriebliche Altersvorsorge beraten zu werden. Ebenfalls ist jeder Arbeitgeber verpflichtet, seinen Arbeitnehmern eine Möglichkeit der betrieblichen Altersvorsorge anzubieten. Hier gibt es im einzelnen fünf Wege, die als Durchführungsweg angeboten werden können (Pensionskasse, Pensionsfonds, Unterstützungskasse, Direktversicherung und Pensions- oder Direktzusage). Welcher Weg der für Ihr Unternehmen günstigste ist, kann pauschal nicht ermittelt werden, hier sollte ein Experte konsultiert werden und eine umfassende Beratung erfolgen. Es gibt eine Menge Fallstricke und ebenso viele Vor- und Nachteile für Unternehmer in der einen oder anderen Variante. Auf der anderen Seite kann man selber mit einer geschickten und optimierten Lösung sehr viel richtig machen.

Welchen Nutzen bietet diese Pflicht? – Betriebliche Altersvorsorge aus Arbeitgebersicht

Eine Pflicht zu erfüllen klingt zunächst nach einer lästigen Aufgabe. Es gilt also, diese Pflicht sich zu Nutzen zu machen. Welche Vorteile kann ein Unternehmer daraus schöpfen?  Zum einen ist es ein aktives Instrument, gute und fähige Mitarbeiter zu finden und langfristig an sich zu binden. Da bei keinem heute die gesetzliche Rente im Alter genügen wird, um das Leben zu bestreiten, muss man nebenher noch vorsorgen. Sehr häufig ist die betriebliche Altersvorsoge aufgrund der Steuervergünstigungen für den Arbeitnehmer der Weg, bei dem man mit dem geringsten eigenen Aufwand am meisten sparen kann. Daher ist dieser Zweig der Altersvorsorge sowohl für Geringverdiener als auch für Topverdieneer immer sehr interessant und reizvoll. Lukrativ dabei für Arbeitgeber ist, dass der Beitrag zur betrieblichen Altersvorsorge für den Unternehmer ebenfalls ein Aufwand ist und nicht den Sozialversicherungskosten des Arbeitnehmers unterworfen wird. Sofern der Arbeitnehmer also unterhalb der Beitragsbemessungsgrenze verdient spart der Arbeitgeber die Sozialversicherungskosten für den Beitrag der betrieblichen Altersvorsorge. Sehr häufig geben Arbeitgeber diese Ersparnis an den Arbeitnehmer weiter und schlagen diesen Betrag auf die Zahlung in die betriebliche Altersvorsorge oben auf. Anstelle einer Gehaltserhöhung können Arbeitgeber hier auch jederzeit den Beitrag zur betrieblichen Altersvorsorge erhöhen. In aller Regel hat der Arbeitnehmer davon deutlich mehr (wenn auch nur langfristig) als von einer direkt ausgezahlten Gehaltserhöhung. Arbeitgeber, die hier aktiv diese Pflicht zum Angebot und zur Aufklärung über betriebliche Altersvorsorge nutzen, werden mit Sicherheit positive Punkte bei Arbeitnehmern sammeln. Auf jeden Fall trägt es zu einer positiven Beziehung bei.

Welche Haftung entsteht für den Arbeitgeber?

Egal welcher Durchführungsweg für die betriebliche Altersvorsorge gewählt wird: Es wird immer eine garantierte Summe für eine sogenannte Zusage ausgerechnet, die je nach Verzinsung der addierten Einzahlungen zzgl. Zins und Zinseszins entspricht. Diese Summe muss am Ende der Vertragslaufzeit (d. h. zum Zeitpunkt der Auszahlung oder Verrentung) auf jeden Fall zur Verfügung stehen. Sollte die Kapitalanlage, die im jeweiligen Durchführungsweg gewählt wurde, das nicht leisten können (aus welchen Gründen auch immer), haftet der Arbeitgeber für die Differenz. Es gilt also, eine Anlagemöglichkeit und einen Durchführungsweg zu finden, bei dem die Haftung auf ein Minimum begrenzt werden kann. Hier ist eine detaillierte und tiefgehende Beratung unumgänglich.

Fazit – betriebliche Altersvorsorge aus Arbeitgebersicht

Insgesamt gesehen bietet die betriebliche Altersvorsorge einem Arbeitgeber eine Vielzahl an Chancen und Möglichkeiten, die man nicht ungenutzt lassen sollte. Umfassende Beratung ist an dieser Stelle essentiell, denn einmal eingegangene Versorgungszusagen können nur schwer wieder rückgängig gemacht werden.

 

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