Altersvorsorge

Jeder Arbeitnehmer hat in Deutschland ein Recht auf die Entgeltumwandlung im Rahmen der betrieblichen Altersvorsorge. Welche Vorteile hat dieser Weg der Altersvorsorge? Im Folgenden finden Sie eine Erklärung.

Unterschieden wird bei der betrieblichen Altersvorsorge zwischen sogenannten Altverträgen (vor 1.1.2005) und Verträgen, die seitdem geschlossen wurden. Da es heute nicht mehr möglich ist, Verträge nach altem Recht abzuschließen werde ich mich im folgenden nur auf Verträge der neuen Regelung beziehen. Darüber hinaus gibt es fünf verschiedene Möglichkeiten, an der betrieblichen Altersvorsorge teilzunehmen: Pensionskasse, Pensionsfonds, Direktversicherung, Unterstützungskasse und die Pensions- oder auch Direktzusage. Nicht immer kann jeder jede Form der betrieblichen Altersvorsorge abschließen und nicht für jeden Arbeitnehmer hat jede dieser Formen Vorteile. Die häufigste Form der betrieblichen Altersvorsorge ist die Direktversicherung, daher werde ich im folgenden diese auch näher betrachten bzgl. Ihrer Vorteile für den Arbeitnehmer.

Arbeitgeberwechsel – Vorteil der betrieblichen Altersvorsorge

Nicht jeder bindet sich bei seinem Arbeitgeber ewig und nicht jeder Arbeitgeber kann seine Arbeitnehmer ein Leben lang beschäftigen. Daher wäre es wenig vorteilhaft, wenn ein besparter Vertrag bei einem Arbeitgeberwechsel verloren gehen würde. Im Rahmen der Direktversicherung ist bei Abschluß der Arbeitgeber Inhaber oder auch Versicherungsnehmer der Versicherung. Bei Beendigung des Arbeitsverhältnis wird der Arbeitnehmer Versicherungsnehmer, fortan gehört ihm der Vertrag. Bei Beginn eines neuen Arbeitsverhältnisses kann nun der neue Arbeitgeber eingetragen werden und diesen Vertrag weiter besparen. Zur Übernahme des bestehenden Vertrags ist ein neuer Arbeitgeber jedoch nicht verpflichtet. Achtung: Diese Regelung gilt nur, wenn in der Zusatzerklärung der Direktversicherung (gegenüber der Versicherung) ein uneingeschränkt unwiderrufliches Bezugsrecht gewählt wurde – hierauf ist bei Abschluß zu achten.

Schutz bei Insolvenz des Arbeitgebers – Vorteil der betrieblichen Altersvorsorge

Es kommt leider vor, dass Arbeitgeber insolvent gehen – warum ist an dieser Stelle absolut gleichgültig. Eine Direktversicherung gehört an dieser Stelle NICHT zur Insolvenzmasse des Arbeitgebers. Der Vertrag gehört wirtschaftlich gesehen dem Arbeitnehmer, sein Gehalt wurde umgewandelt in diese Altersvorsorge. Das bedeutet, dass in einem solchen Fall der Versicherungsvertrag auf den Arbeitnehmer umgeschrieben wird.

Flexible Beitragsanpassung – Vorteil der betrieblichen Altersvorsorge

Das Leben sieht heute anders aus als in fünf Jahren. Das gilt auch für den Finanzhaushalt einer Familie. Beispielsweise während der Elternzeit oder während einer Kurzarbeitsphase besteht nicht die Möglichkeit den kompletten Beitrag in die Altersvorsorge zu investieren. Hier kann man zu jeder Zeit den Beitrag flexibel anpassen an die Lebenssituation – ein wesentlicher Vorteil der betrieblichen Altersvorsorge.

Pfändungsschutz – Vorteil der betrieblichen Altersvorsorge

Bei längerer Arbeitslosigkeit müssen unter Umständen bestehende Verträge gekündigt werden. Eine Direktversicherung ist an dieser Stelle geschützt und HartzIV-sicher. Somit ist das einmal eingezahlte Geld wirklich für die Versorgung im Alter gesichert.

Steuerersparnis – Vorteil der betrieblichen Altersvorsorge

Der Beitrag einer Direktversicherung wird direkt vom Arbeitgeber bezahlt – VOR ABZUG der Sozialversicherung und der Steuern. Das bedeutet, dass für diese Beiträge Sozialversicherungskosten und Steuern gespart werden. Dadurch erweist sich die Direktversicherung als sehr lukrativer Weg der Altersvorsorge.

Es gibt eine Vielzahl weiterer Vorteile der betrieblichen Altersvorsorge. Entscheidend ist, ob dieser Weg der Altersvorsorge zu Ihnen passt. Hier sollte vor Abschluß unbedingt ein unabhängiger Berater konsultiert werden, der Ihnen für Ihre Situation berechnet, ob und in welcher Form ein solcher Vertrag lohnt.

 

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