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Jeder Arbeitnehmer hat einen Entgeltumwandlungsanspruch – dieser ist in §1a BetrAVG geregelt. Nun stellt sich aber die Frage, wie funktioniert betriebliche Altersvorsorge – und macht es Sinn, diesen Anspruch geltend zu machen?

Betriebliche Altersvorsorge – wie funktioniert das?

Der Arbeitgeber zahlt seinem Angestellten ein Bruttogehalt, dass dem Abzug von Sozialversicherungen und Steuern unterworfen wird. Auf der Gehaltsabrechnung sehen Sie nach Addition aller Gehaltszahlungsbestandteile eine „Steuer-Brutto“ und ein „Sozialversicherungs-Brutto“. Diese Zahlen werden den Abzügen für Krankenkasse, Rentenversicherung, Arbeitslosenversicherung, Pflegekasse und der Einkommensteuer unterworfen. Im Anschluß ist das Netto-Gehalt ausgewiesen, dass dann auch überwiesen wird.

Bei einer betrieblichen Altersvorsorge wird nach Addition der Gehaltsbestandteile ein vom Arbeitnehmer festgelegter Betrag abgezogen und in eine Altersvorsorge investiert. Das Steuer-Brutto und das Sozialversicherungsbrutto verringert sich um diesen Betrag, d. h. für diese Altersvorsorge muss weder Einkommensteuer noch Sozialversicherung bezahlt werden. Diese betriebliche Altersvorsorge wird direkt vom Arbeitgeber in ein Altersvorsorgeprodukt bezahlt. Aus diesem Grund heißt es „betriebliche Altersvorsorge“ – der Betrieb zahlt den Beitrag.

Wie wird die betriebliche Altersvorsorge investiert?

Die Entscheidung, in welches Altersvorsorgeprodukt eingezahlt wird, trifft der Arbeitgeber. Dieser kann eine von fünf Möglichkeiten aussuchen. Die häufigste Form ist die Direktversicherung. Hier schließt der Arbeitgeber eine Versicherung ab, versicherte Person ist die angestellte Person. Wechselt man das Unternehmen, kann man den Vertrag „mitnehmen“, das bedeutet, dass die angestellte Person zum Versicherungsnehmer und damit Inhaber des Vertrags wird. Ob und in welcher Form der neue Arbeitgeber diesen Vertrag dann weiter bezahlt, muss gesondert verhandelt werden.

Wer haftet für die betriebliche Altersvorsorge?

Positiv für den Arbeitnehmer: Bei Abschluß des Vertrages zur betrieblichen Altersvorsorge wird dem Arbeitnehmer eine Vorsorgungszusage erteilt. Diese ist – das ist gesetzlich festgelegt – durch den Arbeitgeber auf jeden Fall zu erfüllen. Dabei ist es unabhängig, wo und wie diese Vorsorge angelegt war und ob es Zinserträge gibt. Der Arbeitgeber haftet. Daher ist es für Angestellte sehr wichtig, darauf zu achten, wie das Geld angelegt wird und welche Garantien ausgesprochen werden. Bei Direktversicherungen werden sehr häufig Garantien durch das Versicherungsunternehmen übernommen.

Vorteile der betrieblichen Altersvorsorge?

Sie sparen eine Summe x, die weder der Sozialversicherung unterliegt noch versteuert werden muss. Häufig ist es so, dass für 100 EUR, die in eine betriebliche Altersvorsorge eingezahlt werden Ihnen nur 50 EUR (oder deutlich weniger) netto abgezogen werden. Daher macht eine konkrete, individuelle Berechnung auf jeden Fall Sinn. Darüber hinaus beteiligt sich sehr häufig der Arbeitgeber an dieser Form der Altersvorsorge – als eine andere Form der Gehaltserhöhung. Es gibt eine Vielzahl von weiteren Vorteilen, die je nach individueller Lage aber unterschiedlich zu beurteilen sind.

Nachteile der betrieblichen Altersvorsorge?

Wie immer im Leben: Es gibt auch Nachteile. Das Sozialversicherungsbrutto-Gehalt sinkt, dadurch sinken auch die Rentenansprüche (man zahlt weniger ein) sowie die Ansprüche aus Krankentagegeld bei längerer Krankheit. Das ist nicht zu verachten – wird bei einer gut angelegten betrieblichen Altersvorsorge aber in der Regel problemlos durch die Rente im Alter aufgewertet. Hinzu kommt, dass der Angestellte erst mit 62 Zugriff auf die Rente (oder das Kapital) hat. Vorher besteht keine Chance, an das Geld heran zu kommen.

Passt eine betriebliche Altersvorsorge zu mir?

betriebliche Altersvorsorge

Bei den allermeisten Angestellten Personen passt es. Mit letztendlicher Sicherheit sollte jedoch immer eine individuelle Beratung im Vorfeld stattfinden, die alle persönlichen Belange des Angestellten betrachtet. Hier sollte detailliert geprüft werden, ob nach Steuern und allen weiteren Komponenten eine betriebliche Altersvorsorge langfristig die beste Möglichkeit ist. Aus steuerlicher Sicht ist es zumindest eine Variante, die sehr gut gefördert wird – und zudem oftmals vom Arbeitgeber bezuschußt wird.

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