Amtshaftpflichtversicherung für Soldaten

Zum ersten Mal hatte ich kürzlich das Vergnügen einen Soldaten zu beraten. Unter anderem war es spannend zu erfahren, was man bei der Bundeswehr alles lernt – und wie genau die Soldaten ihren Dienst dort zu absolvieren haben.

Es trat die Frage auf, ob eine Amtshaftpflichtversicherung für Soldaten notwendig ist oder ob eine private Haftfplichtversicherung genügt.

Private Haftpflichtversicherung

Eine private Haftpflichtversicherung sollte – wie der Name „pflicht“ schon sagt – jeder Mensch haben. Hier sichern Sie Schäden ab, die Sie aus Unachtsamkeit einer anderen Person zufügen. Zum Beispiel wenn man eine fremde Vase zerstört. Täglich passieren solche Mißgeschicke – die meistens leicht geregelt werden können. Wenn aber doch größerer Schaden entsteht, sind häufig gleich große Summen zu ersetzen, spätestens wenn Personen beschädigt sind. Wichtig: Der Verursacher des Schadens ist zu jeder Zeit verpflichtet, vollumfänglich für den Schaden aufzukommen. Egal, ob es eine Versicherung gibt, oder nicht.

Wer braucht eine Haftpflichtversicherung?

JEDER! Ausnahmslos! Menschen, die sich gemeinsam eine Wohnung teilen (z. b. eine Familie) benötigt eine Familienhaftpflichtversicherung. Menschen in einer Wohngemeinschaft können sich ebenfalls eine Haftpflichtversicherung teilen. Solange ein Mensch in Ausbildung ist genügt ebenfalls die Versicherung der Eltern, auch wenn der Studierende oder Auszubildende nicht mehr bei den Eltern wohnt. Hat man jedoch ausgelernt und wohnt noch daheim, sollte zwingend eine Haftpflichtversicherung abgeschlossen werden.

Worauf ist zu achten?

Es gibt feine aber wesentliche Unterschiede bei Haftpflichtversicherungen. Sind zum Beispiel Ihre deliktunfähigen Kinder abgesichert, wenn ja bis zu welcher Höhe? Ist der Verlust dienstlicher Schlüssel versichert? Sind Schäden bei Gefälligkeitsdiensten oder im Rahmen einer ehrenamtlichen Tätigkeit abgesichert? Gibt es eine Selbstbeteiligung?

Amtshaftpflichtversicherung für Soldaten

Wie beschrieben haftet jeder für Schäden, die anderen Menschen (oder Institutionen) zugefügt werden, Soldatinnen und Soldaten bilden hier keine Ausnahme. Schäden, die im Dienst verursacht werden sind haftungstechnisch in §24 Soldatengesetz geregelt. Sie haften dem Bund gegenüber für Schäden, die Sie direkt oder indirekt aufgrund einer Dienstpflichtsverletzung zugefügt haben. Die Regresshöhe ist unbegrenzt. Eine Amtshaftpflichtversicherung regelt diesen Schaden.

Viele ungenaue Auskünfte

Mein Kunde hat seinen Dienstherrn gefragt, ob so eine Versicherung notwendig sei. Die Antwort, die er von einem Offizier bekam lautete, nein. In der Ausbildung sei das nicht nötig. Ich frage mich, ob ein Mißgeschick in der Ausbildung nicht passieren kann? Ich habe selber heute Kontakt zur Bundeswehr aufgenommen, man konnte mir jedoch nicht weiterhelfen.

Amtshaftpflichtversicherung für Soldaten ist notwendig!

Meine Empfehlung lautete, auf jeden Fall diesen Schutz zu wählen. Ein Mißgeschick ist schnell passiert und oftmals wirklich unabsichtlich. Jahrelang einen Schaden zu bezahlen tut aber sehr weh. Hinzu kommt, dass man so sehr häufig auch großen Ärger vermeiden kann.

Preisübersicht

Eine private Haftpflichtversicherung mit „guten“ Bedingungen für einen Familienhaushalt kostet ca. 75 EUR pro Jahr; für einen Single ca. 58 EUR. Eine Amtshaftpflichtversicherung für einen Single beinhaltet bereits die private Haftpflichtversicherung (sollte so sein) und kostet für einen Single ca. 75 EUR pro Jahr. Damit kostet der zusätzliche Schutz weniger als 20 EUR pro Jahr – ich denke es lohnt, diese zu investieren. Diese Preisangaben gelten nur bei Schadenfreiheit in den vorangegangenen Jahren.

 

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