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Das Institut für Vorsorge und Finanzplanung (IVEP) hat in Zusammenarbeit mit einer Versicherungsgesellschaft einen speziellen Fragebogen entwickelt, mittels dessen Anlageberater und Versicherungsmakler nach fünf einfachen Fragen die Risikofreudigkeit des Anlegers bestimmen können. Die dazu entwickelte Software findet unter Maklern grosses Interesse, denn nachdem der Berater zusammen mit seinen Kunden die Risikoklasse definiert hat, kann er direkt das passende Produkt aufrufen.

Risiko ist hier eingeteilt in 5 verschiedene Risikoklassen, im Einzelnen: Sicherheit; Ertrag, Balance, Wachstum und Chance.

Aber wie sicher ist sowas und passt das Ergebnis wirklich? Was ist eigentlich Risiko?

Ein Kunde geht heute doch davon aus, dass in der risikoärmsten Kategorie – Sicherheit – kein Geld verloren gehen kann. In dieser Anlageform wird Geld unter anderem in Festgeldkonten und Staatsanleihen guter Bonität angelegt. Tendenziell zählen dazu deutsche und französische Staatsanleihen. Hier ist man sicher, hier kann kein Geld verloren gehen.

Aber schauen wir uns das genauer an: Ein Kunde, der im Mai 2013 eine 10jährige deutsche Staatsanleihe gekauft hat, wußte, dass er über die gesamte Laufzeit eine Rendite/Wertzuwachs von 1,2% pro Jahr haben wird. Aufgrund der Zinsveränderungen liegt dieser Wert heute bei 2,1% pro Jahr, d.h. wenn Sie diese Anleihe heute kaufen, erhalten Sie für 10 Jahre eine Rendite, die 85% höher ist als noch im Mai. Das hat zur Folge, dass der Kunde, der im Mai gekauft hat, nun 6% Verlust zu verzeichnen hat – sollte er jetzt verkaufen. Und das innerhalb von weniger als 6 Monaten!

Fazit: Der Kunde hat die scheinbar sicherste Kategorie gewählt, Risiko sozusagen ausgeschlossen – und jetzt doch 6% Verlust. Wie kann das sein?

Hier ist einmal mehr deutlich, dass es zum einen keine Kapitalanlagen ohne Risiko mehr gibt. Jede Anlage hat Risiken! Wer diese verschweigt, lügt! Zum anderen hängt Risiko sehr stark davon ab, wie Risikofreudig ich ein Produkt in der jeweiligen Risikomatrix abbilde. Und das ist bekanntlich immer eine subjektive Angelegenheit.

Wie beurteilen Sie Ihr Risiko in Ihrem Portfolio? Kennen Sie Ihre Risiken?

 

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