Weltspartag steht an – einige Sparkassen haben daraus gleich die Weltsparwoche gemacht. Hierzu habe ich bereits gestern etwas geschrieben.

Nun gibt es einige Banken, die geben zu bestimmten Anlässen wie auch zum Weltspartag eigene Zertifikate heraus oder beauftragen andere Institute, solche Zertifikate zu emittieren. Vor einigen Jahren bereits gab es hier in der Nikolauswoche die Nikolausanleihe um in der zweiten Februarwoche die Valentinsanleihe. Dahinter steckte eine Aktienanleihe, bei der ein fester Zins für die Laufzeit gezahlt wird und sollte ein festgelegter Aktienwert oder Aktienkorb eine bestimmte Schwelle nicht unterschreiten, bekommen Sie auch Ihr Geld zurück, ansonsten wird in Aktien (die dann i. d. R. deutlich gefallen sind) zurückgezahlt.

Durch den festen Zins erscheint es zu Beginn immer so, als ob mit diesen Anleihen in relativ kurzer Zeit ein sehr hoher Zins und damit Ertrag erwirtschaftet werden kann. Das kann auch passieren, wenn der zugrunde liegende Wert nicht fällt – aber wer garantiert das? Keiner! Dieses Risiko tragen alleine Sie als Anleger, denn die Bank hat Ihr Risiko komplett abgesichert. Für die Bank ist dieses Geschäft immer lohnend, egal wohin der Kurs läuft. Innerhalb eines solchen Zertifikats sind eine Menge Gebühren (für oftmals eine relativ kurze Laufzeit) versteckt, die problemlos an den Ausgabeaufschlag eines Publikumsfonds heranreicht. Die Frage an dieser Stelle ist also, was genau und vor allem wie hoch ist das Risiko des Anlegers. Fragen Sie mal Ihren Berater, er soll Ihnen genau mal das Risiko der angebotenen Zertifikate berechnen. Wichtig: Oftmals sind Zeritifikate nicht als solche benannt, sondern als Aktienanleihe oder ähnliches. Letzten Endes steckt aber fast immer ein solch strukturiertes Produkt dahinter. Wenn Sie ein solches Instrument wirklich genau verstehen wollen (und wenn Sie es nicht verstehen, sollten Sie es nicht kaufen), fragen Sie Ihren Berater, aus welchen einzelnen Bestandteilen es besteht und welche Mechanismen in welcher Form hier eingebaut sind. Im Banker-Deutsch nennt man das „Bond-Stripping.“ Ich behaupte, dass eine Vielzahl der Berater die Mechanismen der angebotenen Zertifikate selber nicht kennt – probieren Sie es mal aus!

Es gibt aber noch ein zweites sehr wesentliches Risiko bei einem solchen strukturierten Produkt: Das sogenannte Emittentenrisiko, man könnte es auch das Herausgeberrisiko nennen. Ein strukturiertes Produkt ist eine Inhaberschuldverschreibung des herausgebenden Instituts (der Emittent). Sollte dieser Zahlungsschwierigkeiten bekommen oder sogar komplett zahlungsunfähig sein, kann die Basis dieses Zertifikates noch so gut laufen, Ihr Geld werden Sie nie wieder sehen. Das bekannteste Beispiel an dieser Stelle ist mit Sicherheit die amerikanische Investmentbank Lehmann. Dieses Haus war eines der größten Zertifikateemittenten. Und als Anleger tragen Sie dieses Risiko zusätzlich immer mit.

Fazit: Bei einem strukturierten Produkt sollte ich als Anleger mir von meinem Berater immer sehr genau die Risiken zeigen lassen und dann sehr genau analysieren, ob dieses Risiko zu mir und meinem Anlageprofil passt. Gleichzeitig sollte ich alle Mechanismen dieser Struktur verstehen.