Der Theologieprofessor Joachim Wiemeyer erklärte kürzlich, dass er die Wirkung ethischer Geldanlagen für sehr gering schätzt, nachzulesen unter http://www.ciw.de/wirtschaftsnachrichten/theologe-haelt-wirkung-ethischer-geldanlagen-bislang-fuer-gering/.

Korrekterweise wird in diesem Artikel mit aufgeführt, dass es überhaupt keine gültigen Kriterien gibt für diese Form von Investments. Was legt der Investor als Messlatte an? Sind „nur“ Bereiche wie Rüstung, Pornographie oder Tabak tabu? Oder muss in der Herstellungskette geprüft werden, ob vielleicht die vertriebenen Produkte in Billig-Lohnländern produziert wurde, ob Kinderarbeit verrichtet wurde, etc.?

Sieht man Investitionen in erneuerbare Energien als ethisch korrekt an? Dann ist die Wirkung dieser Investitionen bereicht beachtlich, ein beachtlicher Teil unserer Energie wird hierdurch erzeugt. Dennoch: Selbst wenn ein Investor heute in erneuerbare Energien investiert in dem er auf einem Feld oder einem Dach eine Photovoltaikanlage bauen lässt – ist das sicherlich zunächst als nachhaltiges und ökologisches Investment anzusehen. Wo und unter welchen Bedingungen die Photovoltaikmodule hergestellt wurden lässt sich aber immer nur sehr schwer herausfinden.

In meinen Augen ist es viel mehr von Bedeutung, dass ein Investment zum Portfolio des Investors passt. Dass Investitionsobjekte, die gewisse Kriterien wie Rüstung oder Pornographie beinhalten, vermieden werden sollen, lässt sich darstellen. Letztendlich entscheidend ist jedoch, inwieweit ein Investment in die Finanzplanung des Investors passt und was er unter ethisch korrekten Investments versteht.

Ich stimme Professor Wiemeyer zu, dass es hilfreich wäre, Transparenzrichtlinien für Investmentklassen zu schaffen. Allerdings wage ich zu bezweifeln, dass Schwellenländer sich auf Richtlinien, die unseren Vorstellungen entsprechen, einlassen.