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Heute, ca. 11.40 Uhr; A6 Darmstadt Richtung Heilbronn, wenige Meter vor dem Mannheimer Kreuz. Ca. 500m vor mir stauen sich LKW, von rechts fährt vor mir ein Kleinwagen auf die Autobahn. Die LKW kommen näher, ich bremse. Und ich frage mich, was der Kleinwagen dort macht. Er bremst nicht.

Ich will schreien. Ich denke, was macht der Fahrer. Den Bruchteil einer Sekunde später ist es passiert. Ungebremst auf den LKW von hinten aufgefahren. Vom Auto ist nicht mehr viel zu erkennen. Ich bin geschockt, rufe sofort die Polizei an, bleibe aber in der Weiterleitung zur Autobahnpolizei in der Warteschleife. Andere Verkehrsteilnehmer laufen zum Auto und telefonieren, winken wild gestikulierend. Hinter mir staut es sich.

Ich zittere. Um das Unfallfahrzeug herum bildet sich eine Menschentraube, jemand versucht die Tür zu öffnen, ich bin wie gelähmt und rolle einige Momente später vorbei.

Zwei Stunden später lese ich in einer lokalen Internetzeitung, dass die Dame noch am Unfallort verstorben ist. Der Schock geht noch tiefer. Warum? Ich musste zusehen, ich wollte schreien. Immer wieder diese Bilder vor Augen. Ich wollte helfen. Ich konnte nicht.

Ich lerne, dass Dinge manchmal einfach passieren – ohne das ich Einfluß nehmen kann. Und ich werde an gewissen Stellen umsichtiger handeln.